Era-Tac Blockmontage Ultraleicht – Geht die leichte Bauweise zu lasten der Festigkeit?

Als ich vor ein paar Wochen bei einem Bewerb mit meiner AR-15 war, hat sich bei der dritten und letzten Station des Bewerbs der Schnellspannhebel meiner Burris Pepr QD-Montage geöffnet. Dies hatte zur Folge, dass ich bei jener Station 0 von 100 Punkten erreicht habe und ich mich somit in dem unteren Ende der Ergebnisliste wiederfinden durfte.

Die Konsquenz war, dass ich mein derzeitiges Vortex Viper PST 1-4×30 mit einer anderen Montage versehen wollte.

Wenn man sich am Markt etwas bewegt, springt einem schnell Era-Tac als qualitativer Hersteller für Montagen ins Auge. Ob er seinem Ruf gerecht wird, möchte im Rahmen dieses Reviews klären.

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Hier findet Ihr das Produktblatt zu der getesteten Montage.

Die Montage

Zum Testen steht mir die ultraleichte Blockmontage mit 30mm Mittelrohr-Durchmesser zur Verfügung. Befestigt wird diese auf Picatinny-Schienen mithilfe eines Imbusschlüssels. Laut Hersteller wurde sie „speziell […] für den behördlichen Einsatz auf Sturmgewehren des Typs AR15 sowie für dynamische Schießdisziplinen wie IPSC“ entwickelt. Außerdem hebt der Hersteller die Haltbarkeit bis zum Kaliber .50 noch hervor. Somit sollte es bei meinem Test mit meiner AR-15 im Kaliber .223 keine Probleme geben.


Das Review

Das Gewicht

Da ich mir im Vorhinein  keine Angaben zu dem Gewicht angesehen hatte, fragte ich mich, ob es wirklich einen signifikanten Unterschied geben würde. Nach der groben Einschätzung während des Haltens in meinen Händen und anschließender genauer Messung mithilfe der Waage, war ich buff. 147g steht bei der Era-Tac steht 284 Gramm bei der Burris gegenüber. Demnach hat die Montage von Era-Tac gerade einmal 52% des Gewichts der Pepr. Ich denke diese Zahl ist ausreichend auschlaggebend, ohne dass ich dies noch weiter kommentieren muss.

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Die Passform

Unter Passform verstehe ich, wie gut das Zielfernrohr gebettet ist und wie exakt der Ring gefertigt ist, der das Glas hält. Außerdem ob bei einer Picatinny-Montage, die Montage gut auf der Schiene zu platzieren ist, und ob sie hällt.

Kommen wir auf die von mir getestete Montage zurück. Die Bettung lässt sich am besten Vergleichen mit …..  – genaugenommen fällt mir kein Vergleich ein. Ich würde eher etwas anderes, was genau gefertigt ist, mit dieser Montage vergleichen. Era-Tac bittet eine wahnsinnig genaue Passform. Als ich das Zielfernrohr in die Blockmontage hineingelegt habe, saß sie wie angegossen. Kein Wackeln ersichtlich. Die Montage wirkt so, als würde sie nahezu perfekt jeden mm² des Zielfernrohrs auf der Montage berühren.

Was das betrifft hat mich Era-Tac nicht enttäuscht.

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Die Haltbarkeit

Nun gut, ich habe die Montage seit einigen Wochen in Verwendung und bin auch nicht zimperlich mit der Waffe oder der Montage umgegangen. Probleme oder anderweitige Einschränkungen habe ich nicht feststellen können. Selbstverständlich kommt dies nicht einem wirklichen Torture-Test gleich, somit möchte ich mich mit einer Aussage diesbezüglich eher zurückhalten. Für den durchschnittlichen Gebrauch, fern ab von einem Fall aus einem Helikopter oder dergleichen, kann ich jedoch die Haltbarkeit für sehr gut befinden.

 

Ein weiterer Aspekt, den ich gerne unter dem Titel der Haltbarkeit ansprechen möchte und als überaus wichtig empfinde, ist der Grad an Beständigkeit der Trefferlage, der durch den Schuss und den daraus resultierenden Rückstoß gehalten wird.

Nach dem Befestigen und Einschießen der Vorrichtung habe ich mehr als 500 Schuss in einem Zeitabstand von mehreren Wochen abgegeben, ohne die Montage zu lösen. Die Munition habe ich während des Tests konstant gehalten und die Waffen dazwischen mehrmalig gereinigt. Das Ergebnis entsprach meinen Erwartungen. Die Era-Tac hat sich keinen Millimeter bewegt – jedenfalls waren die Treffer nach 500 Schuss auf 100m immer noch exakt dort, wo sie unmittelbar nach der Vollendung der Justierung waren.

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Die Wiederholungsgenauigkeit

Nach dem mehrwöchigen, 500 Schuss umfassenden Test nahm ich die Montage ab und schoss ein wenig mit Kimme und Korn. Anschließend setzte ich die Montage wieder exakt auf die selbe Position und zog sie fest. Mit der Burris konnte ich jedes Mal zwischen 0.5 und 2.0 MOA nachjustieren. Mit der Montage von Era-Tac waren es 0.

Um einen Zufall auszuschließen, nahm ich sie wieder hinunter, gab ein paar Schuss ab und platzierte sie wieder. Dies führte ich im Anschluss noch zwei Mal durch. Die Ergebnisse entsprachen grundsätzlich genau dem Ersten. Lediglich beim 3. Versuch musste ich 0.5 MOA an der Höhe justieren.

 


Das Fazit

Im Handel habe ich die Montage kaum unter € 200,- finden können, somit ist sie eindeutig eher in der oberen Preisklasse angesiedelt. Im Schießsport hört man oft: „Wer günstig kauft, kauft teuer“, und genauso ist es meiner Meinung nach auch bei den Montagen. Die Burris war mit € 140 deutlich günstiger und wird nun ersetzt. Sie war zwar nicht schlecht, jedoch eindeutig dem Konkurrenzprodukt von Era-Tac unterlegen. Zusammenfassend ist die gestete Montage wirklich „ultraleicht“, stabil und wiederholungsgenau. Das sind alles Anforderungen, die ich an eine Montage habe. Ich kann somit ein eindeutig positives Fazit ziehen.

 

Für den Test wurde freundlicherweise die Montage seitens des Herstellers zur Verfügung gestellt.